Ausgangslage und Ziel
Mit "Chaos Control. Das Internet als dunkle Seite des Rechts?" im Mai 2000 haben es Juridicum Online und der Universitätslehrgang für Informationsrecht und Rechtsinformation erstmals unternommen, gemeinsam ein wissenschaftlich anspruchsvolles, an informationsrechtlich interessierte Juristinnen und Juristen, Studierende der Rechtswissenschaften, Informatikerinnen und Informatiker und letztlich auch allgemein Internet-Interessierte gerichtetes, internationales Symposion zu veranstalten.

Die zweitägige Veranstaltung stieß auf überaus großes Interesse (mehr als 200 Personen vor Ort, Internet-Liveübertragung, mehrfache Berichte in einschlägigen Medien, etwa der ORF Futurezone, Pressetext Austria etc.); die Vorträge wurden im Verlag Manz in Buchform veröffentlicht.

Konzeption
Mit "Chaos Control 2001. Soziale, technische, rechtliche Steuerung im Internet" sollen diese Anstrengungen fortgesetzt, gleichzeitig stärker akzentuiert und internationalisiert werden. Unser Bestreben im Vorjahr war, einen bestmöglichen Überblick über informationsrechtliche Probleme zu bieten; in diesem Jahr wollen wir uns vornehmlich mit einer der technisch, soziologisch und juristisch derzeit wohl wichtigsten Fragen beschäftigen: Wie nämlich Recht als gesellschaftliches Steuerungsinstrument überhaupt in der Lage ist und sein kann, technologische Entwicklungen im Netz zu beeinflussen, Innovationen zu fördern und/oder Fehlentwicklungen zu verhindern und inwiefern es dabei in eine Wechselwirkung zu technischen Lösungen und sozialen Phänomenen wie etwa Konvention, Netiquette oder Formen der Selbstregulierung tritt.


Die stärkere Fokussierung von Chaos Control 2001 auf die skizzierten Themen wird durch eine Zweiteilung der Veranstaltung unterstützt.

Im ersten Teil, am 20.April, wird Prof. Dr. Thomas Hoeren, Professor für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster, der bereits im letzten Jahr einen überaus erfolgreichen Vortrag gehalten hat, eine im Titel durchaus provokant formulierte These in den Raum werfen: "Der schleichende Bauerntod. Das Recht vernichtet das Internet".

Im zweiten Teil der Veranstaltung, am 30. Mai, werden die skizzierten und von Hoeren aufbereiteten Fragestellungen von jenen Wissenschaftern und Praktikern dargestellt, die diese Debatte seit Jahren weltweit bestimmen: Martin Rost, Andy Müller-Maguhn, David Rosenthal, Lawrence Lessig.


Am Folgetag, dem 31. Mai, werden Juridicum Online und der Universitätslehrgang für Informationsrecht wiederum gemeinsam mit der Zeitschrift "Homepages" die Justitia für die besten österreichischen Websites verleihen. Auch diese Veranstaltung, die wir zum zweiten Mal durchführen, hat sich bereits hervorragend etabliert und zum Motor der Entwicklung von Informationstechnologien im Recht entwickelt.